Lesefibeln

Chrystella Wälchli arbeitet mit Literacy Evangelism International (LEI) in Indien. LEI produziert Lesefibeln für die Alphabetisierung von Erwachsenen. Der Aufbau der Fibel ist den jeweiligen Lebensumständen einer Volksgruppe angepasst.
Das heisst, es werden nicht einfach bestehende Fibeln für eine neue Sprache übersetzt, sondern zuerst werden die lokalen Spracheigenheiten studiert. Welche Buchstaben kommen am häufigsten vor? Gibt es eigenständige Laute in der Sprache? Was sind typische Gegenstände des täglichen Lebens? Spielen zum Beispiel Ziegen eine wichtige Rolle in einem Stamm, dann werden die ersten Buchstaben so gewählt, dass das Wort Ziege schnell geformt werden kann.
Hier noch ein interessantes Detail: In vielen marginalen (vom Aussterben bedrohten) Sprachen – auch ausserhalb des christlichen Kulturkreises – ist eine Bibelübersetzung oder zumindest Teile davon das einzige Schriftgut. Anhand dieser Bibel lässt sich die relative Häufigkeit einzelner Laute und Buchstaben festlegen. Dieses Wissen geht dann in die Konstruktion der Fibel ein. Die Erfolgsquote ist mit dieser Methode besonders hoch, da Erwachsene das Lesen in ihrem Alltag anwenden können.
Die Stifung SSP unterstützt das Projekt LEI regelmässig. Mit dem Geld werden die Löhne der Lehrpersonen und der Supervisoren finanziert.